Kaum fliegen wieder die ersten Insekten durch die frühsommerlich erwärmte Stadt, ärgert man sich auch schon über dreckige Autoscheiben. Überall klebt geplatztes Getier auf der Frontscheibe und trübt so die Aussicht auf den zähfließenden Verkehr und die ganze Freude, die man an einem gut geputztem Auto haben kann sowieso.
Doch siehe da, mit den Insekten sind auch die Scheibenputzer wieder zurückgekehrt. Mit Eimer und Wischer warten sie an den Ampeln der Stadt auf rot. Dann springen sie wagemutig vor die haltenden Autos und putzen Scheiben. In Sekundenschnelle ist die Sicht wieder frei. Danke. Eine gute Idee. Nach getaner Arbeit verlangen die dienstbaren Geister ihren Lohn und klopfen ans eben geputzte Autofenster. Ein paar Münzen genügen und schon sind die Putzengel wieder verschwunden.
Nach 200 Metern die nächste Kreuzung. Die Scheiben blitzen und blinken. Trotzdem tauchen schon wieder scheibenputzwillige Jungen und Mädchen auf. Offenbar bemerken sie das Glänzen meiner Karosse nicht. Meine ablehnende Handbewegung scheinen sie nicht zu bemerken und auch als ich sie anspreche lachen sie nur. Sie putzen noch mal und wieder wird ein Handgeld gefordert. Ich gebe nichts und werde beschimpft. Missgestimmt fahre ich zur nächsten Kreuzung. Dort warten schon die nächsten Fensterputzer.
Für alle die so etwas häufiger erleben, gibt es jetzt den ultimativen Autoaufkleber. Tanja Trültzsch, eine junge Designerin aus Berlin hat ihn sich ausgedacht und es damit schon ungewollt bis ins Radio und in die Zeitung geschafft. Es wurde und wird über die moralische Dimension der Aktion diskutiert. Auf ihrer Webseite könnt ihr mitdiskutieren.
Geschrieben von brillero
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